figuren theater tübingen

 

Das 2te Ich

„Heute! Galavorstellung! Reise durch das alte Jahr! Hier werden Sie eine merkwürdige Bekanntschaft machen. Sie werden einen Herren sehen, der mit Ihnen keine Ähnlichkeit hat: Ihr zweites Ich!“
Mit diesen Worten wird Krambacher am Sylvesterabend in einer zwielichtigen Gaststätte empfangen.
Ein Spiel zwischen Traum und Wirklichkeit beginnt.

Im Manuskriptmaterial Walter Benjamins zum Thema „Träume“ findet sich der Text „Das zweite Ich – eine Sylvestergeschichte“ von 1930. Es ist nicht geklärt, zu welchem Zweck Benjamin diese Geschichte verfaßte. Man könnte sie auch für ein Exposé zu einem Theater Sketch oder zu einem Kurzfilm halten.

Beschrieben wird ein Mann, Krambacher, der am Sylvesterabend auf der Flucht vor seiner Einsamkeit in ein zweideutiges Lokal mit einem Kaiserpanorama gerät. Dort zeigt man ihm in 12 Bildern eine Reise durch das alte Jahr. Die Bilder entpuppen sich als zwölf verpasste Chancen, vergessene Vorsätze und verdrängte Wünsche.

Das zwölfte Bild endet im Dröhnen der Neujahrsglocken. Krambacher erwacht und hat sein Zimmer nie verlassen.

Von einer Stimme aus dem off eingesprochen, öffnet die Inszenierung Räume für sprachlose Begegnungen unterschiedlichster Art. Begegnungen zwischen Mensch und Figur, Original und Abbild, Realität und Traum. In einem zeitlosen Raum begegnen sich Wünsche und Erinnerungen, Ängste und Traumfantasien.

Figuren und Spiel: Frank Soehnle

Musik: Stefan Mertin

Regie: Enno Podehl

Choreografie: Karin Ould Chih

Assistent: Leo Wanner

Sprecher: Christian Glötzner

Figurentechnik: Matthias Stadler

Mitarbeit: Helga Lázár und Sayeh Sirvani

Fotos: Julia Pogerth und Leo Wanner


Premiere 28. Dezember 2018, Probebühne Figurentheater Tübingen


Mit Unterstützung des Landesverbandes Freie Theater Baden-Württemberg, des Kulturamtes der Universitätsstadt Tübingen und des Figurentheater Bremerhaven